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Dienstag, 8. August 2017

Der neunte Tag: 8. August 2017

Gestern Abend hat sich in mir die Idee geformt, heute einen Abstecher nach Bonn zum Museum König zu machen. Dort hat nämlich der parlamentarische Rat getagt und das GG entworfen. Kurz nach 9h ging es los über den Venusberg hinunter Richtung Rhein.
Um 10.30h fand vor dem Eingang des Museums die erste, und wider Erwarten einzige Rezitation des Tages statt.




Dabei wurde wie schon gestern der Performance-Charakter der Aktion deutlich. Durch die Rezitation wird eine Situation kreiert, in der alle anderen Ereignisse, die gleichzeitig passieren, eine neue Bedeutung bekommen. Der Lärm des Verkehrs, der Teile des gesprochenen Textes verschluckt. Oder gestern die Gruppe tollender kleiner Kinder, die an mir vorbei liefen.
Im Museum König hat mir die Frau an der Tickettheke ein Faksimile der Liste der Mitglieder des parlamentarischen Rates gegeben, und eine Kopie der Unterschriften der Vorsitzenden unter dem GG. Außerdem die Fassung des GG, wie sie im Bundesgesetzblatt als Nr. 1 veröffentlicht wurde. (Diese Veröffentlichung ist für jedes Gesetz notwendig, um es in Kraft treten zu lassen.) Interessant zu sehen, was in der ersten Fassung der Grundrechte noch nicht stand!
Die Unterlagen waren offenbar bei einer anderen Veranstaltung übrig geblieben.



 Unter den Vätern des GG waren auch vier Mütter, die im Titel der Liste unterschlagen wurden.
Die aus NRW stammende und der SPD zugehörige Frederike Nadig schrieb zu ihrer Arbeit im  Rat: "Im Parlamentarischen Rat ist die deutsche Frau zahlenmäßig viel zu gering vertreten. Das Grundgesetz muss aber den Willen der Staatsbürger, die überwiegend Frauen sind, widerspiegeln."
Ich muss zugeben, dass ich den Namen der Frauenrechtlerin Nadig noch nie zuvor gehört hatte. Neben anderem hat sie sich vehement für Aufnahme der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ins Grundgesetz eingesetzt. Außerdem forderte sie schon damals "gleichen Lohn für gleiche Arbeit"!
mehr zu ihr findet man z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Nadig



Danach ging es in Richtung Bad Godesberg. Auf dem Weg ein kurzer Halt und ein Kaffee im Haus der Geschichte. Im dortigen Informationszentrum habe ich die Information über meine GG-Wanderung hinterlegt.
Weiter über den Rhein nach Königswinter. Mittlerweile hatte es stark zu regnen begonnen und ich musste meine Pläne ändern: Statt zum Adenauerhaus bin ich zur Jugendherberge in Bad Honnef. Da habe ich dann auf besseres Wetter am nächsten Tag gehofft und meine Zeit u.a. damit verbracht, die Zeitung "Das Parlament" zu lesen. Schwerpunktthema dieser Ausgabe (7.8.2017) waren Ehe und Familie, also der Artikel 6 GG und die aktuellen Veränderungen in der Familienpolitik.
Derquasireligiöse Charakter des GG bzw. der Grundrechte zeigt sich an Art. 6 gerade besonders deutlich. Am Wesensgehalt dieses Artikels darf man nicht rütteln aber zugleich kann sich die Bedeutung dessen, was da steht, sehr wandeln. Mit der Einführung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare wird die Idee der Ehe sehr viel weiter gefasst als die Verfasser des GG im Sinn haben konnten. (Damals stand Homosexualität noch unter Strafe!) Aber der besondere Schutz der Ehe bleibt dadurch unangetastet.
Übrigens gab es im "Parlament"  einen Autor, der das Ehegattensplitting mit dem Art. 6 und dem besonderen Schutz der Ehe begründet, weil im GG eben nicht nur die Familie (mit Kindern) geschützt ist, sondern auch die Ehe, ganz unabhängig davon, ob aus ihr Kinder hervorgehen oder nicht.

Fundstücke:
Brandt auf der Adenauerallee:
Eindrücke aus dem Haus der Geschichte:
Der Eingang zu einer Ausstellung über
des Deutschen liebstes Kind
(nein, nicht das Grundgesetz...):




Salonwagen nach Entnazifizierungsverfahren

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