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Montag, 16. April 2018

Der 13. Tag: 16. April 2018


Es hat mich einige Mühe gekostet, die GG-Wanderung in diesem Jahr wieder zu starten. Einige äußere und innere Aspekte, die zumindest so aussahen bzw. sich so anfühlten, als hielten mich vom Wandern ab, waren lange wirksam. Dazu gehörte eine hartnäckige Problematik mit meiner Hüfte, von der ich - mit taoistisch und psychoanalytisch geschultem Blick - bereits ahnte, dass es sich nicht nur um ein körperliches "Problem" handelte. Was soll ich sagen: Die Schmerzen sind im Laufe der Woche verschwunden.
Jedenfalls ist es mir heute mit der Hilfe einiger Mitwanderer gelungen, die erste Etappe des Jahres zu laufen. Begonnen habe ich in Schladern an der Sieg. Die erste und einzige Rezitation des Tages fand an einem Ort statt, an dem in der Nazi-Zeit ein Lager für russische Zwangsarbeiter stand. Bekanntlich wurden die russischen Zwangsarbeiter noch viel schlechter behandelt als diejenigen aus anderen Ländern.


 


Das ist ein Schandfleck in der deutschen Geschichte, der noch auf eine angemessene Offenlegung wartet. Der Ort war für den Start in die diesjährige GG-Wanderung sehr geeignet, weil er mit aller Vehemenz auf Artikel 1 des GG hinweist: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Unabhängig von der Nationalität des Menschen.

Danach ging es los in Richtung Waldbröl. Trotz guter Wanderkarte und GPS sind wir an einer Stelle falsch abgebogen und haben einen unfreiwilligen Umweg eingelegt. Waldbröl zeigte sich nicht von seiner gastfreundlichen Seite, denn es ist mir dort nicht gelungen, eine Bleibe für die Nacht zu finden. Die Hotels und die Jugendherberge waren voll und das buddhistische Zentrum hat mich abgewiesen.

Zu dem buddhistischen Zentrum gibt es eine Geschichte aus meiner Vergangenheit: Im Jahr 1985 habe ich in Waldbröl eine Schulung im Rahmen meines Zivildienstes gemacht. Meine Erinnerung daran ist nur noch vage. Ich weiß noch, dass wir in Rollstühlen durch den Ort gefahren sind bzw. uns mit Augenbinde als Blinde von anderen Zivis herumführen ließen. Es ging um eine Schulung für Zivis in der Pflege, zu denen ich eigentlich gar nicht gehörte. Ich habe in einem Reha-Zentrum in der psychologischen Abteilung gearbeitet.
Die damalige Zivildienstschule ist heute Teil des Zentrums. Zivildienst gibt es ja nicht mehr! Aber die entsprechenden Artikel im GG stehen noch da: Art 4, Abs. 3: "Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden."
Und Art. 12a, Abs. 2: "Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden. Die Dauer des Ersatzdienstes darf die Dauer des Wehrdienstes nicht übersteigen."
Die Wehrpflicht - und damit die Möglichkeit einen Zivildienst zu machen -  sind nur ausgesetzt im Moment und könnten theoretisch wieder eingeführt werden. Wir haben darüber gesprochen, dass wir es eigentlich gut fänden, wenn es für junge Leute nach der Schule ein verpflichtendes soziales Jahr geben würde, das die Gelegenheit eröffnen könnte, zwischen Schule und Beruf eine andere Erfahrung zu machen, u.a. die, dass es manchmal erfüllend und sogar beglückend sein kann, zu helfen! Die Möglichkeit eines solchen Sozialdienstes ist aber durch das GG ausgeschlossen, denn in Art.12, Abs. 2 heißt es: "Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen, allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht."

Übrigens bin ich im Rahmen des Zivildienstes auch nach Auschwitz gefahren. Die Zeit war für meine politische Sozialisation von großer Bedeutung.

Auf der Suche nach einer Unterkunft bin ich eine Zeit lang durch Waldbröl geirrt und aus welchen Gründen auch immer vor dem Krankenhaus gelandet. Dort habe ich auf einer Parkbank sitzend  ein Hotel in der Nähe angerufen, das auch schon ausgebucht war und dann entschieden, zur Vierbucher Mühle zu fahren. Nach dem Anruf sprach mich eine Frau mit osteuropäischen Akzent freundlich an und meinte, Jesus könne mir bestimmt helfen. Sie hat das wohl nicht so ganz konkret auf meine Suche nach einer Bleibe für die Nacht bezogen, obwohl das nach der Abfuhr, die ich im buddhistischen Zentrum erfahren hatte, gut gepasst hätte. Ich fand die Idee, mir Jesus in diesem Zusammenhang als Lösung zu präsentieren, ein wenig skurril (dahinter scheint die seltsame Idee zu stecken, Jesus als eine Art Talismann zu verstehen) und habe mit der Frau auch darüber diskutiert. Dabei hat sie mir versichert, nicht von den Zeugen Jehovas zu kommen. Art. 4: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich."

Untergekommen bin ich tatsächlich im "Haus am Mühlenberg" an der Vierbucher Mühle, acht Kilometer von Waldbröl entfernt. Ich habe mir, um meine Kondition am ersten Tag der Wanderung nicht überzustrapazieren, ein Taxi dorthin geleistet.

Fundstücke:






 Strebenwald im Wald, um selbigen von oben sichtbar zu machen. Das nennt man Baumwipfelpfad (an der JH in Waldbröl).


1 Kommentar:

  1. Das finde ich ja schade, dass das buddhistische Kloster dich abgewiesen hat!

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